Gottschalk Late Night

Deutschlands erste Late-Night-Show wurde zwar von der Vorgänger-Firma „Brot & Spiele“ ins Leben gerufen, (die AUG wurde erst 1998 gegründet). Bei „Gottschalk Late-Night“ kam es jedoch zur ersten Zusammenarbeit der späteren AUG-Gründer Antonio Geissler und Gregory Heath. Das Besondere an der „Late Night“ war, dass sie in vielen Punkten komplettes Neuland betrat: Anfang der 1990er Jahre gab es im deutschen Fernsehen noch gar kein Nachtprogramm. Die Öffentlich-Rechtlichen hatten noch einen offiziellen „Sendeschluss“, der mit dem Abspielen der Nationalhymne besiegelt wurde. Außerdem hatte noch niemand vorher eine tägliche Show gewagt – das galt bis dahin als unmöglich. Ebenfalls neu: die Prominenten-Dichte. Niemals zuvor waren so viele nationale und internationale A-Promis zu bestaunen wie hier, täglich wurden ein oder mehrere Hollywood-Stars aufgeboten, das war (und wäre noch heute) sensationell. Alle Großen des Films und der Gesellschaft gaben sich bei „Gottschalk Late Night“ die Klinke in die Hand, die Kontakte, die damals geschlossen wurden, haben den Grundstein gelegt für das internationale Netz, das die AUG heute noch auszeichnet.
Kurios aus heutiger Sicht ist die damalige Diskussion um die „Late-Night“-Quote. Da es nach 22 Uhr gar keine Erfahrungswerte im deutschen Fernsehen gab, konnte man mit den durchschnittlich 1,7 Millionen Zuschauern pro Sendung nichts anfangen. Die Kritiker verglichen die Quoten mit denen von „Wetten, dass...?“ und hielten sie Gottschalk vor. Heute weiß man, was die Quote damals wert war. Stefan Raab oder Harald Schmidt wären froh, wenn sie nur annährend so viele Zuschauer hätten wie Gottschalk damals. Ein historischer Irrtum der Kritiker also.

Moderation: Thomas Gottschalk
Sender: RTL
Ausstrahlung: 1992 - 1995, täglich um 23.15 Uhr
Sendelänge: 60 Minuten

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